Seite Drucken Geschichte des Mobilfunks | Was ist Mobilfunk? |

Die Geschichte des Mobilfunks beginnt schon Mitte des 19. Jahrhunderts:

1861: Philipp Reis entwickelt ein „Musiktelefon“ mit der ersten Wortbotschaft: „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“.

14. Februar 1876: Alexander Graham Bell (Telegraf und Taubstummenlehrermeldet) meldet das Patent an: „Methode und Apparat für die telegrafische Übermittlung von gesprochenen und anderen Geräuschen, durch das Hervorrufen elektronischer Wellenbewegungen, ähnlich dem Vibrationengeräusch begleitender Luft".

1876: Franz Nissl, Mitbegründer des Unternehmens "Czeija & Nissl"(später Alcatel Austria), präsentiert erstmals öffentlich die Telephonie.

1881: Das k.k. Handelsministerium erteilt der Wiener Privat Telegraphen Gesellschaft die Bewilligung zum Betrieb von Telefonanlagen in Wien.

1888: Heinrich Rudolf Hertz erbringt den Nachweis elektromagnetischer Wellen.

1926: Die dt. Reichsbahn stellt den Reisenden ein öffentliches Zugtelefon zur Verfügung.

1933: Das Buch „Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“ von Erich Kästner erscheint.

Textzitat: "Am meisten imponierte ihnen aber folgendes: Ein Herr, der vor ihnen auf dem Trottoir langfuhr, trat plötzlich aufs Pflaster, zog einen Telephonhörer aus der Manteltasche, sprach eine Nummer hinein und rief: “Gertraud, hör mal ich komme heute eine Stunde später zum Mittagessen. Ich will vorher noch ins Laboratorium. Wiedersehen, Schatz!“ Dann steckte er sein Taschentelephon wieder weg, trat aufs laufende Band, las in einem Buch und fuhr seiner Wege."

1940: Die ersten Walkie-Talkies kommen auf den Markt.

1946: Das erste tragbare Mobilfunkgerät (Koffertelefon:18 kg; 8 Minuten-Akkus) kommt auf den Markt.

1956: Ericsson Schweden stellt das 1. automatische mobile Telefonsystem der Welt vor.

1957: Das A-Netz geht in Deutschland on air. Die Gespräche werden handvermittelt (rund 600 "Vermittlungsdamen" sind in Derutschland beschäftigt). Eine wichtige Kundengruppe sind Hebammen, die über ein Autotelefon verfügen, das meist dreimal teurer als das Auto war.

1971: Siemens entwickelt den ersten Daten- und Bildfernsprecher für Datenverkehr in Nebenstellenanlagen.

1972: Motorola-Chefdesigner Rudy Krolopp entwickelt das Handy (im Volksmund als „Schuh“ oder „Knochen“ bezeichnet).

1974: Die Mobilfunkära beginnt auch in Österreich: Der „Öffentlich bewegliche Landfunkdienst" (B-Netz) wird in Betrieb genommen. Das Autotelefon kostet rund 130.000 ÖS, der monatliche Grundtarif beträgt 1.800 ÖS plus Gesprächsgebühren. Es kommt daher nur für sehr betuchte Bürger und höchste Beamte und Politiker in Frage, die auch abseits des Büros erreichbar sein müssen.

1982: Die Groupe Spécial Mobile (GSM) wird mit dem Ziel, Spezifikationen für ein europaweites Mobilkommunikationsnetz festzulegen, gegründet. Der Grundstein des heutigen digitalen Mobilfunks wird gelegt.

1984: Das analoge C-Netz wird in Betrieb genommen. Die Autotelefone kosten zwischen 40.000 und 70.000 ÖS und sind damit deutlich günstiger als B-Netz-Geräte. C-Netz-Anschlüsse sind unter der einheitlichen Vorwahl "0663" und einer fünfstelligen Nummer erreichbar (Einstellung des C-Netzes: 1997). Da die Geräte schon deutlich kleiner sind, werden sie nicht nur in Fahrzeugen eingebaut, sondern können auch portabel eingesetzt werden.

1986: Siemens bringt das erste tragbare C-Netz-Telefon in Koffergröße auf den Markt. Der Akku hält etwa 5 Stunden.

Während der Mobilfunk noch weiter analog arbeitet, wird in der Zwischenzeit an der Entwicklung des digitalen Standards GSM weiter gearbeitet. 1986 können die Spezifizierungen abgeschlossen werden.

1990: Das analoge D-Netz wird vorgestellt. Unter der selben Vorwahl wie das C-Netz (0663), jedoch mit einer sechsstelligen Nummer, wird nun Mobilfunk für fast jedermann erschwinglich. Günstige Geräte kosten nur noch wenige Tausend Schillinge. Die ersten "Handys", die man - mit ein wenig Mühe - tatsächlich in eine Manteltasche stecken kann, kosten ab ca. 20.000 ÖS.

1991: Die ersten SIM Karten werden ausgeliefert. Der Münchner Smart Card Hersteller Giesecke Devrient liefert diese an einen finnischen Netz-Betreiber.

1991: Anlässlich der in Genf stattfindenden ITU-Messe Telecom wird ein GSM-Pilotnetz erfolgreich vorgestellt.

1992: GSM wird offiziell eingeführt und 1993 gibt es bereits 36 GSM-Netze in 22 Ländern.

1994: Das erste GSM-Netz in Österreich wird von der Post- und Telegraphenverwaltung in Betrieb genommen. Diese Anschlüsse sind unter der Vorwahl "0664" und einer siebenstelligen Nummer erreichbar.

1995: Der private Mobilfunkbetreiber "max mobil" startet als zweiter Netzbetreiber den Betrieb.

In digitalen Netzen ist nicht mehr die Vermittlung von Sprache das zentrale Thema, sondern der Transfer von Daten. Dazu trägt auch der Aufbau von ISDN und ADSL bei, der den Internetzugang per Telefon über Hochgeschwindigkeitsleitungen möglich macht.

1998: Connect Austria startet als dritter GSM Netzbetreiber in Österreich - und zwar ausschließlich im Frequenzband 1800 MHz, während Mobilkom und max mobil auf 900 MHz funken.

Der entscheidende Schritt von der Sprache (schmalbandig) hin zu breitbandiger Festnetzkommunikation wird 1998 mit der Einführung von ADSL vollzogen.

1999: HSCSD, ein GPRS-Standard, wird eingeführt.

2000: Telering startet als vierter GSM-Netzbetreiber seinen Betrieb.

2000: Die Mobilkom nimmt als erster Netzbetreiber weltweit den flächendeckenden GPRS-Betrieb auf.

2002: Die Mobilkom startet den Testlauf des europwaweit ersten UMTS-Netzes.

2002: Das analoge D-Netz wird eingestellt.

2003: Start der dritten Mobilfunkgeneration UMTS. Damit sind erstmals Multimediaanwendungen am Mobiltelefon in sehr guter Vebindungsgeschwindigkeit möglich.

2003: Hutchison 3G geht mit einem reinen UMTS-Netz in Betrieb.

2005: Telering wird von T-Mobile übernommen.

2011: Die ersten LTE-Stationen gehen auf 2.600 MHz in Betrieb.

2013: Hutchison 3G übernimmt Orange, seit Langem teilen sich in Österreich nur drei Mobilfunkbetreiber den Markt auf.


← Zurück zur Übersicht